Obersee-Schule
Rödernstraße 69-72
 
     

Die Obersee-Schule wurde auf einem Grundstück am Rande der Villenkolonie Orankesee als streng symmetrische Anlage mit Hauptgebäude und zwei Seitenflügeln, die einen offenen Hof bilden, errichtet. Die Architektur des Gebäudes entspricht den Reformgedanken jener Zeit. Wesentliche Gestaltungselemente sind die reichen Terrakottaverzierungen, die auch dazu dienten, Innenräume aufgrund ihrer Besonderheit nach außen zu betonen, wie z.B. die Aula im 2. Obergeschoss. Funktionell stellte der Schulbau ein in sich geschlossenes Konzept dar, bei dem die Unterrichtsräume, die Aula und ein Sportraum in einem Baukörper untergebracht sind.
In den 1970er Jahren wurden Ergänzungen und Eingriffe am Gebäude vorgenommen. Relevant ist ein Zwischenbau von 1970 im Bereich des Südhofes, der eine Verbindung der beiden Aufgänge im Hochpaterre herstellte und zugleich erforderliche Nebenräume (Toiletten und Umkleideräume) aufnahm. Die bauzeitliche Anlage mit zwei Freitreppen zum Schulhof wurde dadurch vollständig verbaut.

Die Sanierung sollte neben der Erneuerung von Dach, Fassade, Fenstern, Innenräumen, die Feuchtigkeitsschäden beseitigen, eine Mensa einbauen und Umbaumaßnahmen an den nachträglichen Anbauten vornehmen, so dass der historische Baukörper wieder erlebbar und gleichzeitig den Ansprüchen der Grundschule gerecht werden sollte. Der Umbau öffnet das Gebäude wieder mit einer neuen Freitreppe nach Süden. Der Mensabereich ist offen als Winter-garten vor der Schule angelegt, die dadurch Ihren ursprünglichen Charakter neu erkennen lässt.
Das Bauvorhaben wurde in drei separaten Bauabschnitten durchgeführt. Der erste Bauabschnitt fand bei laufendem Schulbetrieb statt. Für die folgenden Bauabschnitte wurde der Schulbetrieb ausgelagert. Zu berücksichtigen waren dabei baurechtliche sowie insbesondere brandschutztechnische Auflagen. Zur Vorbereitung der Maßnahme wurde vom Büro West ein bauhistorisches Gutachten erstellt. Die Farbgestaltung der Innenräume lehnt sich an die Befunde der ursprünglichen Gestaltung an.

 

Projekt: Obersee-Schule, Rödern- straße 69-72
Bauherr:
BA Lichtenberg, Abt. Bildung, Kultur, Soziales und Sport
Architekt:
Büro West, Berlin Landschaftsarchitekt: maigrün, Berlin
Bauzeit:
2006-2011

In der zu Beginn des 20. Jh. schnell wachsenden Landgemeinde Hohenschön-hausen, zu der die Villenviertel am Oranke- und Obersee gehörten, wurden im Sinne der politischen Selbstständigkeit auch wichtige Infrastrukturbauten, wie Rathaus, Feuer-wache und Schule errichtet. Die Obersee-Schule entstand 1911-13 nach einem Entwurf des Weißenseer Gemeindebaurates Carl James Bühring als Schule für Jungen und Mädchen mit getrennten Eingängen. Die Anlage steht heute unter Denkmalschutz.

Grundstück: 8.254m²
BGF:
6.500m²

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