Neugestaltung Bahnhofsvorplatz
S-Bahnhof Wartenberg
 
  Fotos: Bauherr, Landschaftsarchitekten    

Die S-Bahn und die Regionalbahn gehören zu den wichtigsten öffentlichen Verkehrsmitteln in der Großsiedlung Hohenschönhausen. Die S-Bahn S75 besitzt drei Haltepunkte in dem Wohngebiet und endet am S-Bahnhof
Wartenberg. Die Bahntrasse führt mittig durch die Großsiedlung, so dass die Haltepunkte jeweils zwei Ausgänge besitzen: nach Südwesten und nach Nordosten. Mit dieser Anbindung werden nicht nur die Wohnquartiere
erschlossen sondern auch der Zugang zum großen Landschaftsraum Wartenberger Feldmark durch den ÖPNV hergestellt. Die Ausgangs- bzw. Eingangssituation, d.h. die Plätze am S-Bahnhof, wiesen gravierende städtebauliche und funktionelle Mängel auf. Geprägt von überwiegend versiegelten Parkflächen, fehlender Orientierung und
Wegebeziehungen, mangelhaftem Vegetationsbestand und umgeben von mehreren teilweise leerstehenden Infrastrukturbauten, konnten die Plätze für Bewohner und Besucher keine Aufenthaltsqualität bieten.

Durch die grundlegende Umgestaltung der Plätze, Zugänge und Stellplätze entstanden gestalterisch und funktionell attraktivere Eingangsbereiche in die Wohnquartiere und in den Landschaftsraum. Um eine Identifikation
der Bewohner mit diesem Ort zu erreichen, wurde die Planung mit den Beteiligten, mit lokalen Gremien und Akteuren diskutiert und abgestimmt. Die daraus definierten Planungsziele waren durch eine entsprechende
Gestaltung umzusetzen:
– Übersichtliche, funktionell notwendige und nachvollziehbare Wegeverbindungen,
– Trennung von Fahrzeug- und Fußgängerverkehr,
– Anschluss an den parallel zur Bahn gelegenen Wustrower Park und den nördlich gelegenen Landschaftsraum,
– Schaffung von P+R Stellplätzen zur Nutzung des ÖPNV,
– Gestaltung eines kommunikativen Eingangsbereiches und Nutzungsoptionen für den Platz, wie Durchführung von    Veranstaltungen, Aufenhalts-, Treffpunkt- und Warteraum,
– Herstellung des Bahnhofszugangs als angstfreien Raum.

Die städtebauliche und gestalterische Lösung ist gekennzeichnet durch:
– einen eingesenkten Platz für den Aufenthalt der Menschen u. einen höher gelegten Bereich für die verkehrliche    Anbindung u. Erschließung,
– übersichtliche Wegebeziehungen durch das Raster des Plattenbelages und die Bepflanzung: die höhergelegten    Flächen sind durch niedrig wachsende Rosen abgegrenzt; der Platz selbst ist mit kleinkronigen Bäumen bestellt,
– die Stadtkanten sind mit einer Allee markiert, die die vorhandene Baumreihe aus der Ribnitzer Straße aufnimmt,
– die gesamte Gestaltung wurde als barrierefreie Lösung konzipiert, u.a. auch für sehbehinderte und blinde    Menschen, in dem das Flächenraster mit unterschiedlichen Materialien angelegt wurde,
– der Forderung nach einem sicheren Ort wurde durch zusätzliche Beleuchtung der Wege Rechnung getragen.

 

Projekt: Neugestaltung Bahnhofsvorplatz, S-Bahnhof Wartenberg
Bauherr:
Stiftung SPI, Geschäftsbereich Stadtentwicklung, Berlin
Landschaftsarchitekt:
BELVEDERE Gesellschaft für Gartenkunst und
Landschaftsplanung, Berlin

Baujahr:
2003-2007

Öffentliche Räume prägen in
besonderer Weise das Stadtbild. Eingangsbereiche in Stadtviertel müssen vielfältige funktionelle
und gestalterische Anforderungen erfüllen. Der Vorplatz des S-Bahn-
hofs Wartenberg ist eine große Freifläche, deren Ausdehnung zu überwinden aber gleichzeitig angenehm, barrierefrei und sicher
zu benutzen ist..

Förderprogramm: Stadtumbau Ost
   
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