Neubau Gewerbehof
Zur alten Flussbadeanstalt 5
 
     

Die gewerbliche Nutzung des Grundstücks begann 1900 mit der Anilinproduktion und setzte sich 1926 durch die Firma ACETA GmbH, die vorrangig Kunstfasern für Fallschirme sowie Perlon und Nylon herstellte, fort. Gleich nebenan befand sich ein Städtisches Flussbad, das 1927 nach den Entwürfen des Architekten Rudolf Gleye errichtet wurde. Mit einer Fläche von 50.000m² (davon 26.000m² Sandstrand) und einem Sprungturm sowie vier Schwimmbecken bot es ausreichend Platz für tausende Besucher. Bei kühleren Temperaturen wurde eines der Becken über den Kühlwasserauslauf des naheliegenden Kraftwerkes Klingenberg beheizt. Die Nutzung fand noch bis in die 50er Jahre statt. Das noch erhaltene Restaurationsgebäude sowie ein Teil eines der Zugangsgebäude
und die Einfassung eines der Schwimmbecken stehen heute unter Denkmalschutz, ebenso wie der angrenzende Kühlwasserauslaufkanal. Nach 1945 war der Gewerbestandort Lagerfläche, Polizeihafen und dann bis 1990 Betriebsstätte des VEB Tiefbaukombinat. Der Baubetrieb hatte hier Ende der 50er Jahre eine Tischlerei, eine Dreherei sowie Büroflächen, eine Kranbahn entlang des Ufers und eine bis heute erhaltene Slipanlage eingerichtet.

1990 ging der Standort in den Besitz der Treuhandanstalt über und wurde ab 1991 an wechselnde Nutzer vermietet, bis 2008 die Firma BerlinMobil das Gelände erwarb. Die Firma BerlinMobil ist in den Bereichen Schülerverkehr, Behindertenbeförderung, Linienverkehr und in der Busvermietung tätig und hat mittig auf dem Grundstück ein Verwaltungsgebäude mit Werkstatthalle errichtet. Im Verwaltungstrakt befinden sich im Erdgeschoss die Sozialräume, die Busbestückung und Nebenräume der Werkstatt. Im 1. OG sind Büroräume untergebracht. An diesen Gebäudeteil schließt die Werkstatthalle an, die über sechs große Wandausschnitte optisch mit der Verwaltung verbunden ist. Die Einfahrt für die Busse befindet sich an der Nordseite. Der rechteckige Baukörper wird vorrangig durch die großen Fenster gestaltet. Das Regenwasser der Dachflächen wird in einer Zisterne gesammelt und zur Nachspeisung der Waschanlage verwendet. Die zentrale Warmwasserbereitungsanlage ist mit einer Solaranlage zur Vorwärmung des Trinkkaltwassers ausgestattet. Die Heizung erfolgt durch Wärmepumpen, die über Erdsonden und aus der Luft Wärme beziehen. Im Gebäude wird die Wärme über eine Fußbodenheizung verteilt. Auf dem Grundstück wurde außerdem in gleicher Architektursprache ein Restaurant – die „Hafenküche“ - unmittelbar vor den historischen Fabrikgebäuden errichtet.

 

Projekt: Neubau Gewerbeobjekt
BerlinMobil, Hafen und Hof,
Zur alten Flußbadeanstalt 5

Bauherr:
Frank Richert, Berlin
Architekt:
Hastrich Keufhage
Architekten, Berlin

Baujahr:
2010

Die unmittelbare Lage am Wasser
hat Rummelsburg seit seiner
Entstehung im 17. Jahrhundert für gewerbliche Nutzungen prädes-tiniert. Auf dem Grundstück an der Köpenicker Chaussee, zu dem auch das Areal an der Fluss-badeanstalt gehört, entstand durch die Firma BerlinMobil ein neuer Gewerbehof mit „Hafenküche“.

   
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