Wohnen in der Zuckerwarenfabrik
Konrad-Wolf-Straße 83-84
 
  Fotos: Bauherr    

Bei dem Projekt „Wohnen in der Zuckerwarenfabrik“ handelt es sich um die Umnutzung eines Industriebaus in ein Wohngebäude. Die zwischen 1907 und 1928 errichtete Zuckerwarenfabrik spiegelt die architektonische Entwicklung der Industriebauten im ersten Drittel des 20. Jahrhunderts wieder. In der ersten Bauphase (Mittelflügel) zeigt sich die sachliche Pfeilerarchitektur moderner Fabrikbauten. Das Mansarddach und die Betonung des Treppenhausrisalits mit dem Hauptportal entsprachen dem Repräsentationsanspruch zum öffentlichen Raum. Die seitlichen Erweite-rungen erfolgten 1926 und 1928 als sachliche Industriearchitektur mit Flachdach.

Die Nutzung der Fabrikanlage endete 1992. Nach jahrelangem Leerstand begann 2009 die Sanierung des denkmalgeschützten Bauwerks und der Umbau zu einer Wohnnutzung. Die Gebäudehülle wurde denkmalgerecht instand gesetzt und in ihrem Erscheinungsbild erhalten. Bestehende Holzfenster wurden, wenn möglich, erhalten; neue Fenster als Holzisolierglasfenster nachgebaut. Das bestehende Mansarddach wurde ausgebaut und zusätzlich ein Staffelgeschoss errichtet. Zur Konrad-Wolf-Straße erhielten die Wohnungen in den seitlichen Bauten Balkone als Stahlkonstruktion und zum Innenhof wurden alle Wohnungen mit Balkonen ausgestattet. Die Wohnungen sind teilweise über einen Mittelflur erschlossen, teilweise über ein durchgestecktes Treppenhaus. Die vorhandenen Treppenhäuser wurden entsprechend dem restauratorischen Befund instand gesetzt. Es wurden für die Erschließung drei Aufzüge neu errichtet, einer als Außenaufzug mit verglastem Aufzugsschacht. Das Gebäude ist nicht unterkellert, so dass für jedes Loft ein separater Abstellraum ein-geordnet wurde. Das Gebäude ist an
die Fernwärme angeschlossen. Das Regenwasser wird auf dem Grundstück versickert.

Die Außenanlagen sind in zwei Bereiche gegliedert: vor dem Gebäude an der Konrad-Wolf-Straße ist ein Parkplatz für die Bewohner angelegt und die Erschließung der drei Hauseingänge; auf der Südseite hinter dem Gebäude wurden Themengärten wie Spielplatz, Streetball, Gräsergarten, Schachgarten, Obstgarten und Blumengarten geschaffen.

 

Projekt: Wohnen in der Zuckerwarenfabrik, Konrad-Wolf-Straße 83-84
Bauherr:
Wohnen i.d. ehem. Zuckerwarenfabrik Berlin GmbH, Dernbach
Architekt:
Dr.-Ing. Horst Hellbach, Berlin
Bauzeit:
2009-2011

Die ehemalige Zuckerwarenfabrik
in Hohenschönhausen stellt als Fabrikbau des frühen 20. Jh. ein wichtiges Zeugnis Berliner Industriearchitektur dar. Anfangs als „Deutsch Amerikanische Zuckerwaren GmbH Georg Lemke“ und später als volkseigener Betrieb „Pralina“ firmiert, wurden hier Schokolade und Konfekt bis 1963 produziert. Danach wurde in dem Gebäude bis 1992 Eisenbahn-
Signaltechnik hergestellt.

Wohnfläche: 5.500m²
Wohnungen:
70 WE
Stellplätze:
50 Pkw

   
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